Bärlauch

Kaum ein Frühlingsbote wird so sehr herbeigesehnt wie der Bärlauch! Kein Wunder, denn die zarten grünen Bärlauchblätter sind nicht nur ein kulinarisches, sondern auch ein gesundheitliches Highlight! 

Neben reichlich Vitalstoffen findet sich im Bärlauch zudem der Wirkstoff Alliin, ein natürliches Antibiotikum mit vielfältiger Heilwirkung.

 

Die gesundheitliche Wirkung des Bärlauchs verdankt dieser nicht nur seinen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, sondern auch den enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen.

 

Inzwischen sind rund 30.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe von der Wissenschaft entdeckt worden, die sich alle auf die eine oder andere Weise in Sachen Gesundheit nützlich machen. Manche wirken z. B. antibakteriell oder antiviral, andere entgiftend, krebshemmend und immunstärkend und wieder andere anregend auf das Verdauungssystem.

 

Achtung Verwechslungsgefahr

Bei der Bärlauchernte sollte man jedoch auf giftige "Doppelgänger" achtgeben. Besonders das Maiglöckchen ähnelt dem Bärlauch sehr. Aber auch die Herbstzeitlose oder der Aronstab könnten von Menschen, die sich in der Botanik nicht so gut auskennen, mit dem Bärlauch verwechselt werden.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der unverkennbare Knoblauchduft des Bärlauchs. Hat man allerdings bereits ein paar Bärlauchblätter geerntet, haftet der Knoblauchgeruch an den Händen und stellt kein sicheres Unterscheidungskriterium mehr dar.

Trotzdem kann man die verschiedenen Pflanzen sehr gut voneinander unterscheiden. So bildet der Bärlauch immer nur einzelne Blätter an einem Stängel aus. Findet man also mehrere Blätter an einem einzigen Stängel (wie beim Maiglöckchen) oder fehlt der Stängel ganz (wie bei der äusserst giftigen Herbstzeitlosen), handelt es sich NICHT um den Bärlauch.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal stellt die Beschaffenheit der Blattober- und Unterseite des Bärlauchs dar. Der Bärlauch besitzt eine leicht glänzende Blattoberseite und eine matte Blattunterseite. Beim Maiglöckchen und bei der Herbstzeitlosen sind hingegen beide Blattseiten glänzend.

 

Bärlauch – die Vitamine, Mineralien und Spurenelemente

Bärlauchblätter sind eine wunderbare Vitalstoffquelle. Sie liefern viele Vitamine und Mineralstoffe, die für einen gesunden Organismus unerlässlich sind. Nachfolgend der jeweilige Vitalstoffgehalt pro 100 Gramm. Hier nun jene Vitalstoffe, die auch wirklich in relevanten Mengen im Bärlauch vorkommen.

  • 150 mg Vitamin C
  • 200 µg Vitamin A  in Form von 1200 µg Beta-Carotin. Vitamin A ist wichtig für gesunde Haut und Schleimhäute, für Heilprozesse aller Art sowie für gute und gesunde Augen.
  • 2,87 mg Eisen: Als Bestandteil des menschlichen Blutes ist es für den Transport und die Speicherung von Sauerstoff zuständig. Ein Mangel kann zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Haarausfall, Konzentrationsstörungen bis hin zu einer ausgeprägten Eisenmangelanämie (Blutarmut) führen.
  • 336 mg Kalium: Kalium ist massgeblich am Energiestoffwechsel und am Wasserhaushalt beteiligt sowie zusammen mit Natrium für einen gesunden Herzmuskel zuständig.
  • 130 µg Vitamin B1: Vitamin B1 ist für viele Körperfunktionen wichtig. Ein Mangel kann daher zu vielen Symptomen führen: Depressionen, Polyneuropathien, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Herzversagen, Ödemen, Immunschwäche etc.
  • 200 µg Vitamin B6: Vitamin B6 benötigen wir zur Bildung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und für das einwandfreie Funktionieren des Nervensystems und Immunsystems. Zudem ist das Vitamin am Proteinstoffwechsel beteiligt.
  • 320 µg Mangan: Mangan ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener (Entgiftungs-) Enzyme, körpereigener Antioxidantien und unserer Mitochondrien (das sind die Energiezentren unserer Körperzellen).
  • 76 mg Magnesium: Magnesium ist wichtig für das reibungsloser Funktionieren unserer Muskeln. Verfügt man über zu wenig Magnesium, wirkt sich dieses oft in Muskelzittern, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen aus. Zudem wirkt es entzündungshemmend und ist für zahlreiche Körpervorgänge von grosser Bedeutung.
  • 76 mg Calcium: Calcium ist wichtig für gesunde Knochen und Zähne. Es verleiht ihnen Stabilität und verhindert Knochenbrüche. Aber auch für die Muskeltätigkeit und die Blutgerinnung ist Calcium unabdingbar.
  • 50 mg Phosphor: Phosphor ist ein wichtiger Bestandteil der DNA und der RNA, ist also für die Zellgesundheit von wesentlicher Bedeutung. Zudem wird es für den Energiestoffwechsel benötigt.

Bärlauch ist reich an Chlorophyll

Chlorophyll – der grüne Pflanzenfarbstoff – ist eine der besten Substanzen überhaupt, wenn es darum geht, unsere Gesundheit zu unterstützen und bestmöglich zu erhalten. Bärlauch weist nun einen relativ hohen Gehalt an Chlorophyll auf: So enthalten 100 Gramm Bärlauch 422 mg Chlorophyll. In der Brennnessel sind es beispielsweise "nur" 360 mg, in der Petersilie 210 mg und im Spinat 115 mg Chlorophyll.

 

Chlorophyll ist nah verwandt mit einem Stoff aus dem menschlichen Blut: Dem Hämoglobin. Hämoglobin ist der rote Farbstoff des Blutes und für den Transport von Sauerstoff zu unseren Zellen verantwortlich.

 

Bärlauch in der Wissenschaft

Was unsere Vorfahren schon seit Jahrtausenden wissen, erfährt nun auch Bestätigung durch die moderne Wissenschaft: Bärlauch ist eine starke Heilpflanze und wirkt laut wissenschaftlicher Studien gegen so unterschiedliche Dinge wie Darmkrebs, Arteriosklerose, hohen Cholesterinspiegel und hohe Blutdruckwerte. Allerdings ist das wissenschaftliche Interesse an der Wirkungsweise von Bärlauch noch relativ jung. Erst seit etwa 20 Jahren werden Studien mit Bärlauch durchgeführt, darunter etliche, die sich der Anti-Krebs-Wirkung des Bärlauchs widmen.

 

Bärlauch gegen Krebs

So wurde etwa für Diallyl Disulfid (einem Bestandteil vom ätherischen Öl des Bärlauchs) nachgewiesen, dass es verschiedene Krebszellen abtötet. Dies gilt für Brust-, Lungen-, Prostata- und Darmkrebs sowie für Lymphome und Neruroblastome.

Auch für den Stoff Allicin gibt es inzwischen viele Studien, die seine Wirksamkeit im Kampf gegen unterschiedliche Krebszellen, wie etwa Lungen-, Darm- und Brustkrebs bestätigen.

 

Besonders begehrt ist der Bärlauch jedoch in der Küche. Meist wird er einfach kleingeschnitten als Gewürz in Salaten oder Aufstrichen roh verwendet - oder auch in grünen Smoothies.

 

Leider währt die Bärlauchsaison nur kurz: Nach maximal drei Monaten ist der Bärlauch wieder verschwunden. Um das ganze Jahr über von den gesundheitlichen Vorteilen des Bärlauchs zu profitieren, kann man ihn jedoch relativ einfach konservieren, z. B. mit der oben beschriebenen Bärlauchessenz, einem köstlichen Bärlauchpesto oder einem feinen Bärlauchessig.