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Die Gedanken und die innere Stimme

 

 

 

 

„Wie wichtig ist die Meinung anderer Menschen über uns für unser eigenes Glück?“ fragte ein nachdenkliches Mädchen seinen Vater.

 

„Für unser Glück ist sie nicht so wichtig, wie viele glauben“, antwortete er. „Die allermeisten Menschen machen sich ohnehin falsche Bilder von dir. Allein schon deshalb ist ihre Meinung über dich nicht so wichtig.“

 

„Aber es ist doch ärgerlich und auch traurig, wenn andere Menschen falsch über mich denken.“

 

„Nur wenn du dich darüber ärgern oder traurig sein willst. Für dein Glück ist entscheidend, was du über dich selbst denkst.“

 

„Aber manchmal zweifle ich an meinen Gedanken. Was soll ich dann tun?“

 

„Höre immer auf deine innere Stimme!“ sagte der Vater. „Jeder Mensch hat eine innere Stimme. Du kannst sie hören, wenn du es ganz still in dir werden lässt. Was sie dir sagt, ist immer richtig.“

 

„Was ist denn der Unterschied zwischen meinen Gedanken und meiner inneren Stimme?“

 

„Der Unterschied liegt in der Quelle. Deine Gedanken kommen aus deinem Verstand. Deine innere Stimme kommt aus der Tiefe deiner Seele. Die Gedanken reden gern laut und unruhig. Die innere Stimme spricht immer leise und sanft. Die Gedanken hinterlassen immer eine Spur von Zweifel. Die innere Stimme gibt dir vollkommene Gewissheit.“

 

„Warum hat die innere Stimme immer recht?“ fragte das Mädchen.

 

„Weil die Seele viel tiefer sieht als der Verstand. Weil sie viel höher fliegt als er. Die Seele betrachtet das Leben von einer höheren Warte als der Verstand, auch wenn er das nicht wahrhaben will. Er hat schon viele Menschen von dem guten Weg abgebracht, auf den ihre Seele sie führen wollte.“

 

„Dann werde ich lernen, meine innere Stimme von meinen Gedanken zu unterscheiden“, sagte das Mädchen.

 

„Da ist eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt. Deine Seele ist die Meisterin deines Lebens. Ihr musst du folgen – immer. Der Verstand ist nur ein Diener, der gern Meister wäre. Ihn musst du benutzen, aber du darfst dich nie von ihm benutzen lassen.“

 

Verfasser unbekannt